1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Kunsthochschulen

Förderung von künstlerischen Talenten

Fünf renommierte Kunsthochschulen gibt es im Freistaat Sachsen: die Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« Dresden, die Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig, die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, die Hochschule für Bildende Künste Dresden sowie die Palucca Hochschule für Tanz Dresden.

Ein Studium an einer dieser Ausbildungsstätten zeichnet sich durch reizvolle Gegensätze zwischen künstlerischen Traditionen und modernen Techniken aus. Es bedarf kreativer, handwerklicher und wissenschaftlicher Fähig- und Fertigkeiten.

In der Regel sind für die Zulassung zum Studium Eignungsprüfungen erforderlich. Ein fester Bestandteil dieser Ausbildung ist zudem die Zusammenarbeit der Kunsthochschulen mit namhaften Orchestern, Theatern, Opernhäusern und Kunstsammlungen des Freistaates Sachsen.

Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« Dresden

Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« Dresden

(© Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden)

Die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden (HfM Dresden) ist eine von 24 deutschen Musikhochschulen. Derzeit werden 650 Studierende in den künstlerischen, pädagogischen und wissenschaftlichen Studiengängen von hochkarätig Lehrenden verschiedenster Nationen unterrichtet.
An den Standorten Wettiner Platz 5 und 13 bietet die Hochschule Bachelor-, Master- und Staatsexamensstudiengänge sowie bei besonderer musikalischer Eignung die Meisterklasse an. In den Fächern Musikwissenschaft, Musiktheorie, Musikpädagogik und Musikermedizin besteht die Möglichkeit zur Promotion und Habilitation. Darüber hinaus ist die HfM Dresden für die musikalisch-künstlerische Ausbildung von 150 Schülern am Sächsischen Landesgymnasium für Musik verantwortlich. Ergänzt werden die Angebote durch weiterbildende Studiengänge, die berufsbegleitend studiert werden können und das lebenslange Lernen institutionalisieren.

Die HfM Dresden versteht sich als ein Ort zur Pflege der Musikkultur, an dem Kunst, Wissenschaft und Lehre in Theorie und Praxis ineinander greifen. Tradition und Erneuerung, Kontinuität und Experiment stehen in lebendigem Austausch. Aufgabe ist es, das Erbe der Vergangenheit im hochschul-, kultur- und gesellschaftspolitischen Wandlungsprozess zu begleiten und tradiertes in seiner Stärke ebenso weiterzugeben, wie Innovation und Interdisziplinarität zu fördern. Freiräume für Experimente, neue Arbeitsweisen und künstlerische Forschung sind Bestandteil des Hochschulalltags.

Neben der Musikerausbildung leistet die HfM einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag. Zu ihren Forschungseinrichtungen gehören das Institut für Musikalisches Lehren und Lernen, das Zentrum für Musiktheorie, das Institut für Musikermedizin mit dem Studio für Stimmforschung und das Institut für Musikwissenschaft, dem das Heinrich-Schütz-Archiv angeschlossen ist. Außerdem besitzt die HfM ein Studio für Elektronische Musik und ein Institut für Neue Musik. Darüber hinaus hat der Dresdner Kammerchor seit seiner Gründung in der Hochschule hier seine Heimstatt.

Jährlich wird eine Inszenierung der Opernklasse in den Spielplan des Kleinen Hauses des Dresdner Staatsschauspiels aufgenommen. Dafür arbeiten die Musikstudenten mit den Studenten der Hochschule für Bildende Künste und der Palucca Hochschule für Tanz zusammen. Bühnenbild, Maske, Kostüm und die Aufführung selbst liegen komplett in Studentenhand. Dieses in Deutschland einzigartige Kooperationsprojekt ist für die Studenten der Opernklasse und der klassischen Orchesterausbildung perfekt, um Bühnenerfahrung im professionellen Umfeld zu sammeln.

 

Hochschule für Musik und Theater Leipzig

Hochschule für Musik und Theater Leipzig

(© Hochschule für Musik und Theater Leipzig)

Deutschlands traditionsreichste Musikausbildungsstätte ist die Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Barthold « Leipzig (HMT). 1843 von Felix Mendelssohn Bartholdy selbst gegründet, ist sie bundesweit die älteste ihrer Art und zählt zu den renommiertesten Konservatorien Europas.
Jazzer, Instrumentalisten, Kirchenmusiker, Komponisten, Dirigenten, Dramaturgen, Schauspieler, Sänger und Lehramtsstudierende im Fach Musik studieren an der Leipziger Hochschule unter einem Dach. An der HMT lernen künftige Berufsmusiker, -pädagogen und -schauspieler auf höchstem internationalem Niveau. Die Hochschule bietet bewusst keine stereotype Virtuosenausbildung, sondern legt auch großen Wert auf die Reflexion künstlerischen Handelns.
 

Der Kontakt zwischen den über 1.200 eingeschriebenen Studierenden der verschiedenen Fachrichtungen ist eng und die Betreuung erstklassig. Die Lehrveranstaltungen finden vorwiegend im Einzelunterricht oder in kleinen Gruppen statt.
Die Hochschule besteht aus vier Gebäuden mit drei Fakultäten im Musikviertel genannten Leipziger Stadtteil Zentrum-Süd. Sie ist wochentags von 7 bis 22 Uhr, aber auch am Wochenende frei zugänglich. Viel Platz zum Üben und freien Entfalten ist da garantiert – zum Vernetzen auch. In direkter Nachbarschaft befinden sich die Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK).

Im Hochschulsinfonieorchester setzen die Studierenden der Studiengänge mit Orchesterinstrumenten das Gelernte praktisch um. Das Orchester wirkt bei vielen größeren Veranstaltungen mit und gibt regelmäßig eigene Sinfoniekonzerte. Als »Nachwuchsschmie de« für das Gewandhausorchester und die Dresdner Staatskapelle gegründet, kommen bis heute viele Absolventen in erstklassigen Orchestern und Ensembles unter.
 

Schauspiel, Dramaturgie und Musik kann an der HMT in verschiedensten Ausführungen mit Bachelor- und Masterabschlüssen studiert werden. Darüber hinaus bietet die Hochschule den Studiengang Musikwissenschaft und in Kooperation mit der Universität Leipzig den Staatsexamensstudiengang Lehramt Musik an. Für talentierte Jugendliche gibt es eine Nachwuchsförderklasse Musik. Seit 2002 darf an der HMT außerdem promoviert und habilitiert werden.
 

Für jeden Studiengang gelten unterschiedliche Aufnahmekriterien. Bei besonderer Eignung werden auch Bewerber ohne Abitur zugelassen. Einzig für den Studiengang Schauspiel kann sich das ganze Jahr über angemeldet werden, danach folgt ein zweistufiges Aufnahmeverfahren. Die Bewerbung und die Anmeldung für alle Aufnahmeprüfungen erfolgen ausschließlich über das Online-Portal im Internet.

Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

(© Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig)

Eine Akademie für Malerei gründete Prinz Franz Xaver von Sachsen im Jahr 1764. Aus ihr ist die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) hervorgegangen, die heute zu den ältesten und bedeutendsten Kunsthochschulen Deutschlands zählt.
Die Studienbedingungen sind ausgezeichnet – bei kleinen Studiengruppen und hervorragender Ausstattung. Aktuell genießen das etwa 600 eingeschriebene Studierende.
 

Die Hochschule bildet in vier Diplomstudiengängen aus: Malerei/Grafik, Buchkunst/Grafik-Design, Fotografie und Medienkunst. Eine Besonderheit der HGB ist das »Meisterschüler-Studium«, das Graduiertenstudium für Künstlerlnnen. Seit 2009 wendet sich der weiterbildende und deutschlandweit einzigartige Masterstudiengang »Kulturen des Kuratorischen« an Menschen mit unterschiedlichen disziplinären oder professionellen Hintergründen.
 

Fünf Jahre dauert die Ausbildung an der HGB Leipzig. Das Studium umfasst zehn Semester Regelstudienzeit und ist unterteilt in ein zweijähriges Grund- und das anschließende Hauptstudium. Während sich das Grundstudium durch interdisziplinäre Studienangebote auszeichnet, ist das Hauptstudium fachspezifisch. Die kunsttheoretische Ausbildung gehört neben der künstlerisch-praktischen Arbeit ebenso für alle mit dazu. Stolz ist die HGB auf die Verbindung von Kunststudium und Handwerk. Die praktische Ausbildung erfolgt in den Künstlerischen Werkstätten (Lithographie, Radierung, Siebdruck, Holzschnitt), in den Grafischen Werkstätten (Handsatz, Buchdruck, Offsetdruck, Reproduktion und Bucheinband) und im neuen Audiovisuellen Labor der Hochschule.
 

Voraussetzung für ein Studium an der HGB Leipzig sind neben der künstlerischen Eignung das Abitur bzw. das Fachabitur. In Ausnahmefällen werden aber auch Bewerber zugelassen, die in einer Eignungsprüfung ihr herausragendes Talent unter Beweis gestellt haben.
Mit der Abgabe einer Mappe mit auf den Studiengang bezogenen künstlerischen Arbeiten und eines handgeschriebenen (!) Lebenslaufs und Bewerbungsformulars ist der erste Schritt zur Bewerbung getan. Jährlich werden neue Studenten angenommen. Bewerbungsfrist ist jeweils vom 15. Dezember bis 1. Februar. Bis Ende Februar dauert der Zeitraum zur Mappenvorauswahl. Bis 31. März finden die Eignungsprüfungen statt. Erst nach bestandener Aufnahmeprüfung muss das Abitur bzw. Fachabitur vorgelegt werden.
Zu den bekanntesten Absolventen der HGB zählen u.a. Neo Rauch, einer der wichtigsten Vertreter der »Neuen Leipziger Schule« sowie junge konzeptuell arbeitende KünstlerInnen wie Tobias Zielony, Clemens von Wedemeyer, Ricarda Roggan und Loretta Fahrenholtz.
 

Hochschule für Bildende Künste Dresden

Hochschule für Bildende Künste Dresden

(© Hochschule für Bildende Künste Dresden)

Bereits über 250 Jahre zurück reichen die Wurzeln der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) in Dresden. Sie wurde 1764 als »Haupt-Kunst-Akademi « von den Wettinern gegründet und ist heute eine der ältesten Ausbildungsstätten für Bildende Kunst in Europa.

Die Ausbildung der knapp 650 Studierenden findet an drei Standorten in Dresden statt. Auf dem gläsernen Dach des Hauptgebäudes der Hochschule an der berühmten Brühl schen Terrasse prangt die goldene Göttin Fama. Die Ateliers und Werkstätten für Bildhauerei befinden sich in der Pfotenhauerstraße in der nördlichen Johannstadt. Die S tudiengänge Restaurierung, Bühnen- und Kostümbild und Theaterausstat tung sind dagegen in den Gebäuden der ehemaligen Akade mie für Kunstgewerbe in der Güntzstraße in der südlichen Johannstadt beheimatet.

Mit 800 qm Fläche und einem achteckigen Grundriss bietet das Oktogon des Zentralgebäudes an der Brühlschen Terrasse einen ganz besonderen Raum für ein umfangreiches Ausstellungsprogramm, darunter die jedes Jahr stattfindende Präsentation der Diplomanden.

Die drei Studiengänge Bildende Kunst, Restaurierung sowie Bühnen- und Kostümbild schließen alle mit dem Diplom ab und dauern fünf Jahre. Die kunsttheoretische, kunst geschichtliche und philosophische Lehre gehört in jedem Fach zum Gesamtstudium dazu. Darüber hinaus hat die HfBK den vier Jahre dau ernden Fachhochschul-Diplomstudiengang Theaterausstattung in den Spezialisierun gen Theatermalerei, Theaterplastik, Masken bild und Kostümgestaltung sowie den Auf baustudiengang Kunsttherapie im Angebot, der als einziger Studieng ang im Bereich Kunsttherapie an einer staatlichen Hochschule mit einem Hochschul-Diplom ab schließt. Seit 2002 verfügt die Kunsthoch schule zudem über das Promotionsrecht.

Um an den jährlich stattfindenden Eignungsprüfungen teilnehmen zu dürfen, müssen Bewerber ihre Unterlagen und ihre künstle rischen Mappen spätestens zum März jeden Jahres eingereicht haben. Für die verschie denen Studiengänge gelten unterschiedliche Fristen. Das Studium beginnt immer zum Wintersemester.

Bedeutende Künstler wie Canaletto, Giovan ni Casanova, Caspar David Friedrich, Gottfried Semper, Oskar Kokoschka oder Otto Dix waren Professoren an der Dresdner Kunsthochschule. Auch heute lehren an der HfBK mit Martin Honert, Carsten Nicolai, Ralf Kerbach oder Monika Brand meier international agierende Künstler und erfolgreiche Professoren. Jeder von ihnen hat eine unterschiedliche Werkauffassung. So stehen die 13 von den Professoren geführten Klassen in anregendem Austausch zueinander – beste Bedingungen für die Studierenden, das spätere Agieren in der Kunst welt zu erproben.

Palucca Hochschule für Tanz Dresden

Palucca Hochschule für Tanz Dresden

(© Palucca Hochschule für Tanz Dresden)

Die Palucca Hochschule für Tanz Dresden ist Deutschlands einzige eigenständige Hochschule für Tanz. Sie vereint mit ihrer integrierten Oberschule und einem – der Hochschule zugeordneten – Internat eine national einzigartige Nachwuchsförderung unter einem Dach. Rund 200 SchülerInnen und Studierende aus 26 Nationen der Erde sind an der Hochschule eingeschrieben.

Im Mittelpunkt der Ausbildung steht die Entwicklung des Einzelnen zu einer kreativen und eigenständigen Künstlerpersönlichkeit mit eigener unverwechselbarer Sprache. Die Ausbildung basiert – aufbauend auf der über 90jährigen Tradition der Hochschule – auf den drei Säulen: Klassischer Tanz, Zeitgenössischer/Moderner Tanz und Improvisation. Mit dem Bachelor Studiengang Tanz, den Master Studiengängen Tanzpädagogik (Präsenz- und berufsbegleitender Studiengang) sowie dem Master Studiengang Choreografie ist die Palucca Hochschule international wettbewerbsfähig aufgestellt.

Die insgesamt neunjährige Tanzausbildung beginnt im  Alter von zehn Jahren in der Orientierungsstufe und setzt sich ab Klasse 7 mit dem Nachwuchsförderstudium fort. An der integrierten Oberschule lernen rund 90 SchülerInnen und Studierende. Wer seine Schulausbildung mit dem Abschluss der Mittleren Reife absolviert und sein tänzerisches Können entsprechend unter Beweis gestellt hat, qualifiziert sich für das Bachelorstudium an der Hochschule. Generell ist das Abitur keine Zulassungsvoraussetzung für ein Studium an der Palucca Hochschule. Entscheidend ist die künstlerische und tänzerische Vorbildung, aber auch die körperliche Eignung. Wer sich dagegen für ein Master Studium in Tanzpädagogik oder Choreografie interessiert, muss mehrjährige praktische Bühnenerfahrung mitbringen.

Zur weiteren Professionalisierung der Tanzausbildung tragen neben dem seit 2006 in Kooperation mit der Semperoper Dresden existierenden Elevenprogramm weitere neu etablierte Elevenprogramme  u. a. mit der Dresden Frankfurt Dance Company, mit dem CCN Rillieux la Pape, Yuval Pick oder dem Saarländischen Staatstheater Saarbrücken bei.

Auf der Bühne zu stehen gehört für die SchülerInnen und Studierenden der Hochschule zum künstlerischen Alltag. Aus der Kooperation mit den anderen Kunsthochschulen der Stadt, der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber und der Hochschule für Bildende Künste entstehen gemeinsame Produktionen. Bühnenbild, Maske, Kostüm und die Aufführung selbst liegen dann komplett in der Hand der Studierenden. Die Palucca Hochschule lebt die Tradition der Innovation in Dresden in enger Kooperation mit der Semperoper Dresden, dem Europäischen Zentrum der Künste Hellerau und der Dresden Frankfurt Dance Company. Die Hochschule organisiert darüber hinaus eine Vielzahl eigener öffentlicher Veranstaltungen, beteiligt sich an Gastspielen und leistet mit einer fachübergreifenden Weiterbildung von Sportlehrern sowie mit Projekten in der Flüchtlingsarbeit einen hohen gesellschaftlichen Beitrag.

Die Hochschule verfügt über ein weltweit einzigartiges Netzwerk. Sie ist Mitglied der Ausbildungskonferenz Tanz (AK|T) - der Vereinigung aller deutschen staatlichen Ausbildungsinstitutionen im Tanz. Sie ist Partnerinstitution des Prix de Lausanne, des renommiertesten europäischen Nachwuchswettbewerbes, und Teilnehmer des Youth America Grand Prix, des weltweit größten Wettbewerbes für den tänzerischen Nachwuchs. 28 Kooperationspartner weltweit bilden ein umfassendes Netzwerk für den Austausch von Studierenden und künstlerischem Personal.

AbsolventInnen der Hochschule sind auf den Bühnen, in den Kompagnien und in der Freien Szene des Freistaates Sachsen ebenso zu finden wie weltweit an renommierten Häusern und in Ensembles.

 

Marginalspalte

© Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst